Dienstag, 29. Mai 2012

Kein Abenteuer - kein Regen

Die Fernstraße hier im Inland Richtung Westen ist 4-spurig und in sehr gutem Zustand, wenn man von wenigen bereits wieder zerstörten oder noch fehlenden Teilstücken absieht. So geht es zügig voran und die kargen Kegelberge ziehen wie im Film an mir vorbei. Ich kann die Gegend nicht wirklich erleben. Weit und breit weder Mensch noch Tier - so düse ich dösend dahin, während der rauhe Asphalt den Gummi von den Reifen frisst.
Irgendwo mitten im Nirgendwo steht eine Tankstelle mit 3 Häusern - Refahiye. Dort werde ich zur Abwechslung von der Verkehrspolizei aufgehalten - ich erinnere mich an eine angekündigte Radarkontrolle. Ich gebe mich völlig unschuldig und nichtverstehend. Führerschein und Fahrzeugpapiere werden sorgfältigst kontrolliert und abgeschrieben. Dann darf ich weiterfahren.
Sivas ist eine pulsierende Stadt im Nichts - voller Industrie und Autohäuser. Mit dem Touristenbonus schlängle ich mich bis zur Innenstadt durch. Dort gönne ich mir ein Döner, genieße das bunte Treiben und nehme noch Datteln und getrocknete Aprikosen mit.
Ich entdecke ja völlig neue Seiten an mir! Zieht es mich doch meist in die Weite und Einsamkeit, so fange ich hier an, die Geschäftigkeit wohlwollend zu betrachten und die Gesellschaft der Menschen zu genießen.
So eine Reise geht ja nicht nur in die große weite Welt, sondern auch in das kleine eigene Innere. So beobachte ich auf dieser Reise durchaus ein Wechselspiel zwischen äußerer und innerer Welt.
Auch wenn's so aussieht - ich bin nicht in der Schweiz!

Strecke